Handy

Seit dem das Handy spätestens Ende der 90er Jahre bzw. zu Beginn der ersten Dekade des neuen Jahrtausends endgültig die Massenmärkte erobert hat, stellt sich immer häufiger die Frage, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, auch Kinder an das Handy heranzuführen. Teilweise wünschen sich schon die ganz kleinen Kinder ab ca. dem dritten Lebensjahr ein eigenes Mobiltelefon, weil sie dieses bei den Eltern sehen. In diesem Fall ist ganz sicher ein Spielzeughandy die richtige Antwort auf das Begehren der Kinder. Ein paar Jahre später, spätestens wenn der Nachwuchs eigenständige Verabredungen wahrnimmt und in die Schule geht, wird ein echtes, funktionstüchtiges Handy ganz sicher ein Thema. Dann müssen sich auch die Eltern Gedanken machen, in welcher Form die Kinder an die moderne Kommunikationstechnologie herangeführt werden sollten.


Ganz sicher sollten die Eltern ein sehr günstiges Prepaid-Handy als erstes eigenes mobiles Telefon für die Kinder auswählen. Dies hat zweierlei Gründe. Zunächst kosten in der Regel auch Mobiltelefone des untersten Preissegmentes noch so viel Geld, dass man sich über einen Verlust aus Unachtsamkeit, die bei Kindern immer einkalkuliert werden sollte, ärgert. Aus selbigem Grund ist auch die Prepaid-Karte zu empfehlen. Eine Vertragskarte in einem Mobiltelefon kommt einer unlimitierten Kreditkarte gleich. Wird das Handy gestohlen oder geht es verloren, kann der Dieb oder Finder maximal bis in Höhe der vorausbezahlten Aufladung der Karte telefonieren. Die vergleichsweise teuren Minutenpreise im Prepaid-Segment können als Vorteil betrachtet werden, da dies dabei hilft, den Kindern auch den Umgang mit Geld zu vermitteln. Ist das Kartenguthaben abtelefoniert, bekommt der junge Telefonkunde bzw. die junge Telefonkundin einen Eindruck, was es heißt, wenn man nicht mehr telefonieren kann.


Die Auswahl des Handys sollte mit Bedacht erfolgen. Am besten beschränkt man die Auswahl auf Endgeräte, die auch bei evtl. noch vorhanden motorischen Einschränkungen gut bedient werden können. Auch sollten die Handys nicht mit unnötigen Funktionen überladen sein. Kann über das Handy nicht auf das Internet zugegriffen werden, brauchen sich die Eltern auch keine Sorgen machen, dass der Nachwuchs auf nicht alters gerechte Inhalte zugreifen kann. In Bezug auf einfach zu bedienende Handys können Eltern sich durchaus auch einmal in der Rubrik Seniorenhandy umsehen, diese erfüllen die genannten Kriterien in der Regel.


In aller Regel ist es auch für die Eltern eine Beruhigung, sofern sie die Kinder telefonisch erreichen können, wenn diese mit Freunden unterwegs sind. Ein Prepaid-Handy ist auf jeden Fall ein sinnvolles Medium, damit die Kinder den Umgang mit den damit verbundenen Kosten einüben können. Auch wenn das Guthaben abtelefoniert ist, können die Kinder weiterhin Notrufe absetzen und von den Eltern angerufen werden. Auf jeden Fall gilt auch im Falle von Mobiltelefonen die Devise: „Übung macht den Meister“. Aus diesem Grunde kann man dem Nachwuchs ruhig ein richtiges Handy anvertrauen. Regelrechte Kinderhandys, bei denen nur bestimmte Rufnummern anwählbar sind, sind allenfalls für die ganz kleinen Kinder sinnvoll.


Der Umgang mit einem Prepaid-Handy bietet gute Vorraussetzungen, damit der Nachwuchs lernt, verantwortungsbewusst mit dem Mobiltelefon umzugehen. Stellt man fest, dass das Kind am Anfang vielleicht doch noch zu klein ist, kann man das mobile Telefon auch temporär wieder unter Verschluss nehmen.


Klaus-Martin Meyer